7 Fragen an Philipp Habdank, Redakteur und Finanzanalyst, beim FINANCE Think Tank

Diesen Artikel Teilen
Lieber Philipp, wie kam es zum Wechsel aus dem F.A.Z.-Fachverlag und der FINANCE Redaktion hinein ins Think Tank Team von Bastian Frien?

Zunächst einmal kenne ich Bastian schon sehr lange aus der gemeinsamen Zeit im Fachverlag und ich habe anschließend immer mit großem Interesse verfolgt, was er im Think Tank da so aufbaut. Der Wechsel fiel mir nicht leicht, die FINANCE-Truppe ist überragend. In all den Jahren bei FINANCE habe ich aber gemerkt, dass mich die Corporate-Finance-Welt noch viel mehr interessiert als die reine Corporate-Welt. Insbesondere die Leveraged-Finance-Szene rund um Private Equity, Private Debt und die vielen begleitenden Berater fasziniert mich einfach. Diese Communities mit coolem Content in Form von White Papers, Web-Events, Surveys und verschiedenen Netzwerkveranstaltungen zu bespielen, ist schon sehr spannend. Und ich habe die Gelegenheit bekommen, für diese Community einen eigenen Blog & Podcast zu entwickeln und umzusetzen – ein Gedanke, den ich schon länger mit mir herumgetragen habe. What’s up, Corporate Finance heißt das Projekt und es macht verdammt viel Spaß.


Welche Veränderungen nimmst du in der M&A-Medienlandschaft wahr?

Ich denke das Stichwort lautet: Cross-medial. Ob Blog, Podcast oder Web-Event: die Vielfalt an journalistischen Medien und Formaten wird einfach immer bunter. Private Equity und M&A findet heute sogar auf Instagram statt. Das führt aber auch zu einem Problem: Wir werden täglich mit Inhalten überflutet und es wird immer schwieriger, die Aufmerksamkeit des Lesers, Zuschauers oder Zuhörers zu gewinnen. Das geht meiner Meinung nach nur über absolut hochwertige Inhalte.


Und welchen Einfluss hat darauf Social Media?

Einen ziemlich großen. Instagram habe ich ja schon erwähnt. Aber noch viel interessanter finde ich, was sich in den letzten Jahren bei LinkedIn getan hat. Das ist längst kein Karrierenetzwerk mehr, sondern eine Plattform, über die jeder selbst total einfach Content publizieren kann und damit ein großes Publikum erreicht. Was mich als Journalist aber noch beruhigt und mich nicht um meinen Job fürchten lässt, ist, dass die meisten Posts dann doch pures Selbstmarketing sind. Die Leute feiern sich für einen Deal oder eine Beförderung.


„Ob Blog, Podcast oder Web-Event: die Vielfalt an journalistischen Medien und Formaten wird einfach immer bunter.“


Immer digitaler, jünger und moderner. Wie passt da ein Live-Event wie die DEALSOURCING ins Schema?

Wir haben ein über 20 Jahre hinweg gewachsenes Netzwerk in der Community. Die DEALSOURCING ist das effizienteste Netzwerk-Event für die Corporate-Finance-Szene und passt daher perfekt ins Schema. Über die Cross-medialen Kanäle lassen sich Inhalte prima senden. Wir im Think Tank feuern auch aus allen Rohren, um die Corporate-Finance-Community über das Jahr hinweg regelmäßig mit guten und relevanten Inhalten zu versorgen. Was Social Media und alle anderen digitalen Kommunikationskanäle aber noch nicht schaffen – und das hat mir die Corona Krise eindrucksvoll gezeigt – ist die Vernetzung der Community. Corporate Finance ist immer noch ein People Business. Das bestehende Netzwerk lässt sich digital ziemlich gut pflegen, aber neue und vertrauensvolle Kontakte lassen sich nur persönlich knüpfen. Ich denke die 500 Teilnehmer bei der diesjährigen DEALSOURCING sprechen da für sich.


Mit „What’s up, Corporate Finance?” baut ihr gerade den ersten echten und regelmäßigen Corporate Finance Podcast auf. Was hat dich dazu bewegt und wie wird das Format angenommen?

Die Idee habe ich schon länger im Kopf. Ich habe mich immer gefragt, warum ich als Journalist Wortlaut-Interviews denn verschriftlichen, umschreiben und freigeben lassen soll. Es ist doch viel spannender auch den Menschen dahinter zu erleben, ohne PR-Wachhund, ungefiltert und komplett on the records. Mit dem Podcast erreichen wir alle Altersgruppen – die Juniors gleichermaßen wie die alten Branchenhasen. Mir war wichtig, dass das kein Laber-Podcast, sondern ein knackiger Interview-Podcast wird, der in der Regel nicht länger als 30 Minuten pro Folge dauert – eine Fahrt ins Büro oder nach Hause eben. Und das kommt gut an, im Schnitt wachsen wir pro Folge derzeit um 100 Abonnenten und laufen jetzt auf die 1.000 zu. Aber wir sind erst am Anfang, da geht noch viel mehr.


„Um aus der Masse herauszustechen, brauche ich aber eine klare Strategie, klare Botschaften, schöne Geschichten und gerne auch provokante Thesen.“


Und was habt ihr danach noch vor?

Bislang strahlen wir den Podcast jeden zweiten Freitag aus. Perspektivisch kann ich mir aber auch einen wöchentlichen Rhythmus kombiniert mit einem Newsletter vorstellen, in den wir nicht nur den Content von “What’s up, Corporate Finance?” packen, sondern auch alles, was wir im Think Tank so produzieren. Blog und Podcast waren im Prinzip das letzte Puzzle-Stück, das uns im Portfolio noch gefehlt hat. Wir haben jetzt eine Plattform geschaffen, wo die Corporate-Finance-Community alles findet, was sie braucht: Netzwerk und Wissen. Der Ausgangspunkt ist immer ein geiles Thema. Dann schauen wir, welche Formate am besten passen: White Paper, (live) Web-Event, Live-Event, Survey, Blog-Artikel oder Podcast. Im besten Fall bohren wir in Thema über ein White Paper tief auf, diskutieren das Ergebnis über ein Web-Event und begleiten das Thema anschließend anlassbezogen über den Blog und Podcast. Cross-medial eben.


Deine Empfehlung: Wie sollte ein M&A-Berater sein Marketing und PR aufbauen, um im harten Wettbewerb sichtbar zu bleiben?

Er sollte natürlich unsere Plattform und Formate nutzen (lacht). Spaß beiseite: Über LinkedIn und Social Media lässt sich heute echt schon sehr viel selber machen. Um aus der Masse herauszustechen, brauche ich aber eine klare Strategie, klare Botschaften, schöne Geschichten und gerne auch provokante Thesen. Aber das ist harte Social-Media-Arbeit, die mit fünf Minuten und einem Praktikanten am Tag nicht getan ist. Hochwertige Content-Produktion ist aufwendig. Darum führt aus meiner Sicht an journalistischen Medien kein Weg vorbei und Netzwerkveranstaltungen wie die DEALSOURCING sind ein absolutes Muss. Wann sonst habe ich die Corporate-Finance-Community an einem Ort versammelt und erreiche sie persönlich? Dafür sind wir der optimale Partner.

Kai Hesselmann

Kai Hesselmann

Kai ist Co-Founder und Managing Partner von DealCircle.
Diesen Artikel Teilen
Käufer
In Kooperation mit Pensionsberatung Richter Pension Consulting, der Restrukturierungs- und...
Käufer
460.000 Lebenswerke vor dem Aus? 👪 Eine Suche nach Ursachen mit Jens Krane und Ekkehard Horn.
Audio Event, Podcast
Wo bleibt der gute Content im M&A-Markt? Antworten von zwei Urgesteinen der Finance Medienwelt.
Audio Event, Käufer, Podcast
Wie geht Buy & Build ohne Nukleus? Das beliebte Investitionsmodell hat in den letzten Jahren stark zugelegt. Doch was tun, wenn das etablierte Plattformunternehmen für Zukäufe noch nicht existiert? Oder nicht erworben werden kann?
Audio Event, Podcast, Verkaufsberater
Vor kurzem konnten Michael Moritz und das Team von Carlsquare...
Käufer
Digitale Tech Tools im M&A Prozess In Kooperation mit dem Weltmarktführer...