Exit Readiness & IPO: Wie CEOs mit Equity Storytelling besser aufgestellt sind

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Liebe Tina, Westend Corporate Finance ist keine übliche M&A-Boutique, sondern hat einen sehr klaren Fokus auf Herstellung der Exit Readiness. Wie kam es zu dieser Spezialisierung? 

Nach meinen bisherigen Erfahrungen in meiner Zeit als Bankerin in Großbanken kann ich sagen, dass die Exit Readiness, das heißt die professionelle und rechtzeitige Vorbereitung auf einen Verkauf oder einen Börsengang, häufig viel zu kurz kommt. Als Banker sind in der Regel weder die Zeit noch die Ressourcen gegeben, das Unternehmen über mehrere Wochen ‚Exit Ready‘ zu machen. Die fehlende Vorbereitung wirkt sich später im Prozess bewertungsmindernd aus. Da setzen wir mit Westend Corporate Finance an und unterstützen als unabhängiger Berater das Management bei den diversen Vorbereitungen. Wie sich über die Zeit herausgestellt hat, haben wir hier absolut eine Marktlücke getroffen! 

Die Exit Readiness bezieht sich bei euch nicht nur auf die Unternehmen, sondern vor allem auch auf das Management. Was macht Ihr dabei genau und worin liegen hier die größten Herausforderungen? 

 Wir verstehen uns als Sparringspartner des Managements, denn wir wissen, dass nicht jeder CEO oder CFO bereits drei Börsengänge hinter sich hat und dementsprechend mit dem Ablauf vertraut ist. Als unabhängiger Berater führen wir das Management an die Themen bei einem Exit heran. Im Fall von Gesellschaftern kann daraus auch erstmal ein strategischer Dialog entstehen, ohne dass zwingend der Verkauf das Ergebnis ist. Ich bin der Meinung, dass es zwei wesentliche Erfolgspfeiler für eine erfolgreich durchgeführte Transaktion gibt: Die Equity Story und ein robustes Zahlengerüst.  

 

Was meine ich damit genau? Zum einen sollte sich der CEO inklusive Team sollte intensiv mit der Ausgestaltung der Equity Story auseinandersetzen, um sich als Experte präsentieren zu können. Wichtig ist es, dass der CEO gut argumentieren kann, was sein Unternehmen von anderen differenziert und besonders macht. Hier kommt es auf gute Vermarktungsfähigkeiten an! Zum anderen sollte der CFO Auskunft über die historische Finanzentwicklung haben und die Planung mit konkreten Maßnahmen erklären. Außerdem ist das Verständnis der Wachstumspotenziale, die über den Plan hinausgehen von wichtiger Bedeutung. Wir unterstützten mit unserem Hands-On-Approach sowohl bei der Entwicklung der Equity Story und des dazugehörigen Frameworks als auch bei der Entwicklung des Zahlenwerks.  

Westend wird gleichermaßen bei Unternehmensverkäufen wie auch bei großen IPOs eingesetzt. Inwiefern ist mittlerweile Common Sense, beim Unternehmensverkauf einen professionellen Berater für die Exit Readiness einzubinden? 

In den USA ist unsere Dienstleistung, gerade die des unabhängigen Management Sparrings, viel geläufiger als in Deutschland. Wir sehen aber, dass die Nachfrage nach einer professionellen Exit Readiness Unterstützung ungebremst steigt. Der value-add einer guten Vorbereitung wird sowohl vom Mittelstand als auch von vielen Private Equity Unternehmen und deren Eigentümern erkannt.  

Warum gerade Private Equity? Ist es nicht die Aufgabe der Fonds, die Vorbereitung selber in die Hand zu nehmen?  

Ja, das würde man durchaus meinen. Natürlich sind gerade diese professionellen Investoren darin sehr geübt. Nichtsdestotrotz kommt ca. die Hälfte unserer Mandate aus diesem Bereich. Gerade weil der Nutzen einer guten Vorbereitung hier gar nicht hinterfragt wird. Die Fonds haben aber häufig so viel auf der Buyside zu tun, dass sie Teile der Readiness gerne in unsere Hände geben.  

Eine weitere Spezialität von dir liegt in eurer „Japan-related Advisory. Woraus entstammt dies und wie helfen dir die interkulturellen Erfahrungen bei euren anderen Services? 

Neben “klassischer” BWL habe ich auch Japanologie studiert und 3 Semester meines Studiums in Japan verbracht. Es folgte ein 18-monatiger Aufenthalt im Tokioter Büro von Goldman Sachs. Das war einfach eine super Zeit! In Japan habe ich eine Vielzahl spannender M&A und Kapitalmarkttransaktionen begleitet und einen sehr tiefen Einblick in das japanische M&A Umfeld gewonnen, das sich durchaus von den Gepflogenheiten, wie wir sie in der westlichen Welt kennen, unterscheidet. Wann immer es die Gelegenheit gibt, meine Erfahrung und das Wissen aus dieser Zeit einzusetzen, mache ich das mit sehr viel Herzblut! 

Eine letzte Frage: Die Wirtschaft bewegt sich derzeit im Spannungsfeld zwischen dem Ukraine-Krieg, hohen Energiekosten, Lieferkettenengpässen und steigenden Zinsen. Der M&A-Markt scheint davon losgekoppelt und sehr stabil. Was ist deine Prognose für das zweite Halbjahr 2022? 

Der unsichere konjunkturelle Ausblick, angespannte Finanzierungsmärkte als auch Strukturumbrüche machen Transaktionen für Investoren derzeit weder einfacher noch günstiger. Allerdings bleibt der Anlagedruck für PE-Investoren sehr hoch und das Interesse, gerade für Assets mit gesunden Fundamentaldaten ist ungebremst. Zudem stelle ich fest, dass gerade ausländische Investoren und hier meine ich insbesondere Strategen, ihre Fühler nach attraktiven Einkaufsmöglichkeiten in Europa ausstrecken. Ich bleibe auf jeden Fall optimistisch! 

Kai Hesselmann

Kai Hesselmann

Kai ist Co-Founder und Managing Partner von DealCircle.
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