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DEEP DIVE Webinar: Strukturierung der Akquisitionsfinanzierung

Gemeinsam mit Thorsten Weber (Managing Director und Head of Sponsor Finance DACH bei Houlihan Lokey) und Peter Waleczek (Managing Partner bei FLEX Capital) haben wir die Strukturierung der Akquisitionsfinanzierung beleuchtet.

Folgende Themen warten auf Sie:

– welche Arten der Akquisitionsfinanzierung Sie kennen sollten,

– wie eine Akquisitionsfinanzierung optimal strukturiert werden kann,

– welche Best Practices und Stolpersteine man kennen sollte,

– wie das Thema aus Investorensicht aussieht,

– und vieles mehr…

 Hier finden Sie die erwähnten Webinare zum Thema Tax Structuring auf YouTube:

 

Und hier können Sie sich die Präsentation herunterladen: Strukturierung der Akquisitionsfinanzierung (PDF)


Die Akquisitionsfinanzierung spielt eine zentrale Rolle im Unternehmenswachstum, insbesondere im Rahmen von Unternehmensübernahmen. Sie ermöglicht es Unternehmen, strategisch wichtige Ziele zu erreichen, indem sie den Kauf eines Unternehmens durch Fremdkapital unterstützt. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der Akquisitionsfinanzierung, basierend auf bewährten Verfahren und Markttrends.

Was ist eine Akquisitionsfinanzierung?

Akquisitionsfinanzierung bezeichnet die Beschaffung von Kapital zur Übernahme eines Unternehmens. Häufig wird dabei auf eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital zurückgegriffen. Der finanzielle Hebel („Leverage“) ist ein wesentlicher Bestandteil, da Fremdkapital es ermöglicht, größere Transaktionen mit einem vergleichsweise geringen Eigenkapitaleinsatz durchzuführen.

Eine gängige Form der Akquisitionsfinanzierung ist das sogenannte Leveraged Buyout (LBO). Dabei wird der Kaufpreis und die damit verbundenen Transaktionskosten durch Fremdkapital finanziert, das durch das erworbene Unternehmen selbst zurückgezahlt wird. Die Assets des Zielunternehmens dienen hierbei in der Regel als Sicherheit für die Darlehen.

Vorteile der Akquisitionsfinanzierung

  1. Erhöhte Eigenkapitalrendite: Durch den Einsatz von Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite deutlich gesteigert werden. Dies wird als Hebeleffekt bezeichnet. Solange die Gesamtrendite des Eigenkapitals die Fremdkapitalkosten übersteigt, profitiert der Käufer von höheren Renditen.

  2. Skalierbarkeit und Flexibilität: Akquisitionsfinanzierung ermöglicht es Investoren, größere Ziele zu erreichen und dabei flexibel zu bleiben. Besonders bei Buy-and-Build-Strategien, bei denen Unternehmen durch weitere Zukäufe wachsen, spielt diese Finanzierungsmethode eine Schlüsselrolle.

  3. Steuerliche Vorteile: Da Zinszahlungen auf Fremdkapital in vielen Ländern steuerlich abzugsfähig sind, können Unternehmen ihre Steuerlast verringern und so ihre Gesamtfinanzierungskosten optimieren.

Strukturierung einer Akquisitionsfinanzierung

Die Strukturierung einer Akquisitionsfinanzierung erfordert detaillierte Planung und Expertise. Die Finanzierung verläuft meist parallel zum M&A-Prozess und beginnt bereits vor der Abgabe eines unverbindlichen Angebots durch die Interessenten. Folgende Schritte sind in der Regel notwendig:

  1. Vorbereitungsphase: Diese Phase umfasst die Analyse der Marktbedingungen, die Auswahl potenzieller Finanzierungspartner und die Vorbereitung der Vermarktungsunterlagen. Auch die Erstellung eines Finanzierungsmodells gehört hierzu.

  2. Verhandlungsphase: Nach der Auswahl potenzieller Finanzierungspartner werden die zentralen Geschäftskonditionen ausgehandelt und die Finanzierungsstrukturen festgelegt. Hierzu zählen unter anderem die Berechnung finanzieller Covenants und die Vorbereitung von Due-Diligence-Berichten.

  3. Dokumentations- und Abschlussphase: In dieser Phase werden die vertraglichen Details mit den Finanzierungspartnern finalisiert und die notwendigen rechtlichen Dokumente unterzeichnet. Eine typische Akquisitionsfinanzierung dauert etwa drei Monate, wobei die Kreditgenehmigung innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Vorlage der Due-Diligence-Berichte erfolgt.

Relevante Finanzierungsstrukturen

Bei der Akquisitionsfinanzierung stehen verschiedene Finanzierungsstrukturen zur Auswahl. Zu den am häufigsten genutzten Modellen gehören:

  • Senior Debt: Diese Form des Fremdkapitals hat Vorrang vor anderen Schulden im Falle einer Insolvenz und wird häufig von Banken oder Kreditfonds bereitgestellt. Sie bietet geringere Zinsen, aber auch weniger Flexibilität.

  • Unitranche-Finanzierung: Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Senior- und Junior-Debt, die von einem einzelnen Kreditgeber bereitgestellt wird. Unitranche-Finanzierungen sind in der Regel teurer, bieten aber mehr Flexibilität und schnellere Abwicklungszeiten.

Aktuelle Marktentwicklungen

Die Akquisitionsfinanzierung, insbesondere im Mid-Cap-Bereich, hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Laut aktuellen Marktanalysen ist die Anzahl der LBO-Deals in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2024 ist das Transaktionsvolumen im Mid-Cap-LBO-Markt vergleichbar mit dem gleichen Zeitraum in 2023. Sowohl Banken als auch Direktkreditgeber zeigen sich offen für neue Geschäfte, konzentrieren sich jedoch verstärkt auf attraktive Sektoren wie Software, Technologie und Gesundheitswesen.

Ein weiterer Trend, der sich abzeichnet, sind die sinkenden Margen im Bereich der Direktkredite. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Kreditgeber einen Teil der durch die Zinssätze erzielten Gewinne weitergeben. Trotz dieser Entwicklungen bleiben die Finanzierungskosten aufgrund der anhaltend hohen Basiszinsen auf einem erhöhten Niveau, was sich negativ auf die mögliche Verschuldung auswirken kann.

Fazit

Die Akquisitionsfinanzierung ist ein kraftvolles Instrument für Unternehmen, die ihre Wachstumsstrategien durch Übernahmen umsetzen möchten. Eine fundierte Planung und die Auswahl der richtigen Finanzierungsstruktur sind dabei entscheidend. In einem sich wandelnden Marktumfeld ist es unerlässlich, die Marktbedingungen genau zu beobachten und eng mit erfahrenen Beratern zusammenzuarbeiten, um die bestmöglichen Finanzierungsbedingungen zu erzielen.

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