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DEEP DIVE Webinar: Exit Readiness – Was Käufer in der Due Diligence wirklich erwarten

Gemeinsam mit Lucanet beleuchten wir, wie Portfoliounternehmen ihre Finanzinfrastruktur gezielt auf einen Exit vorbereiten und was Käufer in der Due Diligence tatsächlich erwarten. Mit dabei: Carsten Gerger (VP Finance, Lucanet), Tobias Riffel (Head of Product, Tax & Product Operations, Lucanet) und Holger Kunzmann (Head of Finance & Controlling, all inclusive Fitness).

Erfahren Sie in der Aufzeichnung:

  • welche Reportingstrukturen Käufer in der Due Diligence erwarten und wo Lücken entstehen,
  • wie Konsolidierung und Planung auch unter engem Zeithorizont gelingen,
  • wie eine belastbare Finanzinfrastruktur den Transaktionsprozess beschleunigt,
  • welche Maßnahmen Portfoliounternehmen ergreifen können, um Exit-Readiness herzustellen,
  • und vieles mehr…

Zum Abschluss gibt Lucanet auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer einen spontanen Live-Blick in die Plattform und zeigt anhand realer Konzerndaten, wie sich Zahlen bis auf Belegebene nachvollziehen lassen.


Exit Readiness – Wie Unternehmen ihre Finanzinfrastruktur auf die Due Diligence vorbereiten

In nahezu jedem M&A-Prozess kommt der Moment, in dem der Käufer in die Due Diligence einsteigt und die Finanzen des Targets auf den Prüfstand stellt. Häufig zeigt sich dann, dass die Finanzinfrastruktur den Anforderungen eines strukturierten Verkaufsprozesses nicht standhält: unkonsolidierte Zahlen, manuelle Reportings, fehlende Planungsszenarien. Das kostet Geschwindigkeit, Vertrauen und am Ende Bewertung. Wie sich das vermeiden lässt, ist Thema dieses Webinars.

Exit Readiness ist ein Betriebszustand, kein Projekt

Die zentrale These der Runde: Exit Readiness ist kein Vorhaben, das man kurz vor dem Verkauf startet, sondern ein laufender Betriebszustand. Wer seine Zahlen ohnehin jederzeit belastbar und prüfbar hält, muss für die Transaktion kein Sonderprojekt aufsetzen. Lucanet verkürzt das eigene Reporting nach eigener Aussage Schritt für Schritt von 20 über 10 auf inzwischen 5 Arbeitstage, mit dem Ziel, künftig noch früher abzuschließen. Entscheidend dafür sind nicht nur das eingesetzte Tool, sondern saubere Prozesse in den vorgelagerten ERP-Systemen, etwa ein durchgängiges Procure-to-Pay. Der Anspruch an einen Monatsabschluss liegt damit nah an dem eines Jahresabschlusses. Ist dieser Zustand erreicht, ist Exit Readiness nur noch ein weiterer Schritt.

Was Käufer wirklich prüfen: die Herkunft jeder Zahl

Im Kern geht es Käufern um Vertrauen in die Zahlen. Die entscheidende Frage lautet: Woher kommt eine Zahl im Datenraum, und komme ich auf denselben Wert, wenn ich sie mit meinem eigenen Team nachprüfe? Lässt sich jede Zahl bis zum Beleg zurückverfolgen, dreht sich die Diskussion in der Due Diligence um den richtigen Ausweis, nicht mehr um die Herkunft. Genau hier entsteht oder zerbricht das Vertrauen, das eine Bewertung trägt. Eine Folie aus dem Webinar bringt es auf den Punkt: Käufer bezahlen für Überprüfbarkeit, nicht für die bloße Behauptung einer Zahl.

Eine Datenquelle für Reporting und Due Diligence

Aus Sicht eines aktiven Käufers ist die Basis zwischen laufendem Reporting und Due Diligence dieselbe. Für die Transaktion werden die Zahlen feiner aufbereitet, aber es sind dieselben Kennzahlen, auf die das Unternehmen ohnehin täglich schaut. Eine gemeinsame Datenquelle dient dabei als Single Source of Truth: Sie archiviert, macht nachvollziehbar, wie eine Zahl zustande kommt, und dokumentiert, was an wen herausgegeben wird. Externe Berater und Wirtschaftsprüfer erhalten über eine fein gesteuerte Rechtevergabe direkten Lesezugriff auf genau die Daten, die sie brauchen, statt einzelner Exporte. Jede Buchung trägt Beleg und Belegtext, sodass Prüfer viele Fragen selbst beantworten.

Buy-and-Build: like-for-like und pro forma aus einem System

all inclusive Fitness wächst von 63 Studios im Jahr 2020 auf rund 197, davon nach eigener Aussage etwa 95 Prozent über Zukäufe. Bei einer solchen Buy-and-Build-Strategie sind verschiedene Sichten auf dieselben Daten entscheidend: die legale Konsolidierung, die Pro-forma-Sicht über alle Gesellschaften und der like-for-like Vergleich, der organisches und anorganisches Wachstum trennt. Zugekaufte Gesellschaften werden rückwirkend zum Jahresbeginn verschmolzen, das Reporting bleibt aber auf Studio- und Regionsebene erhalten, inklusive einer getrennten Sicht auf CapEx für Rebranding und Ausbau gegenüber laufender Instandhaltung.

Besonders bemerkenswert ist der Einsatz schon vor dem Kauf: all inclusive Fitness liest die Zahlen eines Targets, die meist als DATEV-Export vom Steuerberater kommen, direkt in die eigene Plattform ein, bildet eigene Bewertungsebenen und Analysen ab und leitet daraus Cashflow- und Covenant-Betrachtungen ab. Die Verkäufer spielen dabei in der Regel mit, gerade Steuerberater stellen die Daten gern bereit.

Künstliche Intelligenz in der Finanzfunktion: Assistenz ohne Blackbox

Der Weg zu sinnvoller Automatisierung führt über das Mapping der Workflows: Welche Schritte lassen sich automatisieren, und welche davon sinnvoll mit KI? In Finance und Tax müssen viele Prozesse deterministisch und zu 100 Prozent korrekt sein, hier hilft ein kreativer KI-Ansatz wenig. Gut geeignet ist KI dagegen für Kontenmappings, Tagging, das Anreichern menschenlesbarer Berichte oder die Navigation innerhalb der Software. Die Leitplanke bleibt, dass Automatisierung keine Blackbox sein darf und die Berechnung nachvollziehbar bleibt.

Auf die häufige Frage, ob sich solche Funktionen nicht selbst mit allgemeinen KI-Tools wie Claude oder ChatGPT bauen lassen, fällt die Antwort differenziert aus: Für isolierte Probleme mit klarer Zielstellung funktioniert das gut. Sobald es um integrierte Workflows geht, etwa die Aggregation von Daten aus zehn verschiedenen ERP-Systemen und eine Konsolidierung, die zwingend korrekt sein muss, stoßen allgemeine Modelle an Grenzen. Daten, auf denen gerechnet wird, müssen auf der Plattform liegen und dürfen nicht mit externen Quellen halluzinieren.

Wann sich eine CFO-Plattform lohnt

Eine harte Größengrenze gibt es nicht, entscheidend sind Komplexität und Geschäftsmodell. Als Faustregel dienen etwa drei bis fünf Gesellschaften und mehrere ERP-Systeme. Über Standardschnittstellen zu Systemen wie DATEV, SAP oder Oracle gelingt der Einstieg meist innerhalb von ein bis zwei Monaten, die Kosten richten sich im Wesentlichen nach der Anzahl der Gesellschaften plus Implementierung. Für regulierte und datenschutzsensible Umfelder relevant: Die Daten von Lucanet liegen auf europäischen Servern in Frankfurt und Stockholm mit Backup in Paris.

Fazit

Exit Readiness entsteht nicht im Verkaufsprozess, sondern lange davor, im täglichen Betrieb. Wer seine Zahlen jederzeit bis auf den Beleg nachvollziehbar hält, geht ohne Sonderprojekt in die Due Diligence und verhandelt aus einer Position der Stärke. Eine belastbare Finanzinfrastruktur ist damit kein reines Compliance-Thema, sondern ein direkter Hebel auf Geschwindigkeit, Transaktionssicherheit und Bewertung. Wettbewerbsvorsprung – sowohl in der Geschwindigkeit als auch in der Qualität der Beratungsleistung.

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