Ein M&A-Deal beginnt lange vor der Unterschrift – und endet nicht mit ihr. Die eigentliche Herausforderung startet oft erst danach: Zwischen ersten Annahmen und tatsächlicher Umsetzung liegt ein weiter Weg. Was auf dem Papier schlüssig aussieht, kann in der Praxis schnell an Grenzen stoßen: Systeme greifen nicht ineinander, Synergien bleiben hinter den Erwartungen zurück, und Prognosen halten dem Realitätscheck nicht stand.
Genau hier kann Extended Planning & Analysis (xP&A) eine große Hilfe sein.
Erfahren Sie in diesem Artikel, wie xP&A M&A-Prozesse von der Due Diligence bis zur Post-Merger-Integration unterstützt und Sie dadurch böse Überraschungen nach dem Deal vermeiden.
Was ist Extended Planning & Analysis (xP&A)?
xP&A erweitert die klassische Finanzplanung, indem es operative und finanzielle Teilpläne in einem gemeinsamen Modell zusammenführt – beispielsweise aus den Bereichen Finanzen, Vertrieb, Betrieb oder Personalwesen. Statt wochenlang Excel-Dateien zwischen Abteilungen hin- und herzuschicken, arbeiten alle Teams in Echtzeit mit derselben Datenbasis. xP&A beseitigt so Datensilos und verschafft Entscheidungsträgern Echtzeiteinblicke, um sicherzustellen, dass strategische Ziele im gesamten Unternehmen abgestimmt bleiben.
Wie zeigt sich der Mehrwert von xP&A im Kontext eines M&A-Deals? Werfen wir dafür zuerst einen Blick auf die Phase des Pre-Deals.
Bis zu 70 Prozent schneller zur fundierten Bewertung
In der Due Diligence werden Annahmen geprüft, Szenarien berechnet und Risiken bewertet. Greift man dafür auf Spreadsheets oder isolierte Tools zurück, wird es schnell kompliziert und man stößt an Grenzen, etwa, wenn sich kurzfristig Marktbedingungen oder wichtige KPIs ändern.
Mit xP&A hingegen lassen sich verschiedene Szenarien in kurzer Zeit modellieren – auf Basis aktueller Daten, Forecasts und Synergieannahmen. CFOs können so prüfen, wie sich etwa ein 10-prozentiger Kundenchurn auf EBIT und Liquidität auswirkt oder welche Earnout-Struktur das beste Gleichgewicht zwischen Liquidität und Risiko schafft.
Unternehmen, die regelmäßig Zukäufe tätigen, für die M&A quasi zur eigenen DNA gehört, profitieren besonders: Durch standardisierte Modelle und Synergie-Kataloge aus früheren Transaktionen lassen sich neue Deals schneller und konsistenter bewerten. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Unternehmen mit standardisiertem M&A-Modell ihre Due-Diligence-Zeit ab dem zweiten Deal um bis zu 70 Prozent verkürzen können – bei gleichzeitig höherer Qualität.
Post-Merger-Integration: So hält xP&A den Kurs
Nach dem Abschluss beginnt die Integration. Hier zeigt xP&A seine zweite Stärke – die kontinuierliche Überwachung und Steuerung von Synergiezielen und Integrationsmaßnahmen. Ein Beispiel: Sinkt etwa die geplante Cross-Selling-Quote unter ein definiertes Ziel, erkennt das System die Abweichung automatisch, bewertet ihre Auswirkungen und schlägt Anpassungen vor. So entsteht ein Frühwarnsystem, das CFOs unterstützt, rechtzeitig gegenzusteuern.
Dazu ermöglicht xP&A, zielgruppengerechte Szenarien zu generieren. Das Management arbeitet mit deal-relevanten Base-Case-Zahlen, Controlling und Customer Success erhalten konservativere Targets mit Sicherheitspuffer – alle basierend auf demselben Datenmodell.
Die 3 entscheidenden Vorteile von xP&A für M&A-Deals
Die Grundlage für erfolgreiche M&A-Transaktionen ist eine konsistente Datenbasis für strategische Planung, Bewertung und Integration. xP&A liefert genau das: Es integriert Finanz-, Vertriebs- und Personalplanung in einem durchgängigen Modell und ermöglicht so faktenbasierte Entscheidungen über den gesamten Transaktionsverlauf hinweg.
CFOs gewinnen dadurch drei entscheidende Vorteile:
- Bessere Bewertung vor dem Deal: Szenarien und Sensitivitäten lassen sich faktenbasiert simulieren – Annahmen werden überprüfbar, Risiken früh sichtbar.
- Höhere Steuerungsfähigkeit nach dem Closing: Synergieziele, Cashflow-Effekte und Integrationsfortschritte sind in Echtzeit messbar und steuerbar.
- Lernkurve über mehrere Transaktionen hinweg: Jedes Projekt speist seine Erkenntnisse zurück in das Modell – daraus entsteht ein wiederverwendbares Framework für künftige Deals.
So wird M&A zu einem strukturierten, datengetriebenen Prozess, der eine klare Sicht auf Wert, Risiken und Potenziale ermöglicht.
xP&A in der Praxis erleben
Möchten Sie mehr über die Vorteile von xP&A erfahren und wie es Ihre Herausforderungen lösen kann? Dann sind Sie bei Lucanet genau richtig. Die xP&A-Lösung von Lucanet verbindet Finanz- und operative Planung auf einer Plattform und sorgt so für konsistente Daten, präzise Szenarien und schnellere Entscheidungen über den gesamten M&A-Prozess hinweg.
Dies ist ein Gastbeitrag von Carsten Gerger, VP Finance bei Lucanet.